2025 war für das Stadtteilmanagement ein Jahr voller Begegnungen, neuer Impulse und echter Stadtsee-Momente.

Der Laternenumzug brachte wieder viele Familien zusammen – warmes Licht, laute Kinderstimmen, ein gemeinsamer Weg durch den Stadtteil. Solche Abende zeigen jedes Jahr aufs Neue, welche Kraft und Verbindungen solche Angebote schaffen können.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Studierenden der Hochschule. Im Stadtteilbüro, zwischen Streetwork, Beratung und Ladenzeile, konnten sie erleben, wie vielfältig Stadtteilarbeit wirklich ist. Beim Rundgang zeigte sich, wie eng Geschichte, Lebenswelt und sozialpädagogische Praxis im Quartier miteinander verwoben sind.

Auch Stadtsee sichern & stärken hat 2025 viel bewegt. In den Thementischen wurde wieder sehr offen diskutiert, Ressourcen wurden gebündelt, Konflikte sichtbar gemacht – und vor allem: gemeinsam nach Lösungen gesucht. Die Mischung aus Engagement, konstruktiver Kritik und Kreativität der Teilnehmenden trägt jedes Mal weit.

Ein Herzensprojekt war für viele der neue Naschgarten. Der Beteiligungsprozess hat gezeigt, wie viel Kreativität im Stadtteil steckt, wenn Menschen Raum bekommen, ihre Ideen zu teilen. Gemeinsam entstand ein Entwurf, der 2026 umgesetzt wird – ein Ort, der Generationen verbinden soll und der schon jetzt Vorfreude weckt.

2025 war damit ein Jahr, das zeigt: Stadtsee bleibt in Bewegung. Und viele gestalten diesen Weg aktiv mit.

In 2 Weiterbildungsdurchgängen haben sich in diesem Jahr 20 weitere Fachkräfte aus 14 Einrichtungen in Sachsen-Anhalt als Schatzsuche-Referent:innen qualifiziert. Sie führen nun das bewährte Eltern-Programm in ihren Kitas und Tagespflegestellen durch. Neben der Zusammenarbeit mit den Familien wird durch das Programm "Schatzsuche" (HAG) vor allem die Resilienz und Gesundheit junger Kinder in Sachsen-Anhalt gestärkt.

Eine teilnehmende Mutter beschreibt ihre Erfahrungen so: „Die 6 Treffen waren so schön und wertvoll für mich. Ich wünschte, das Angebot hätte es schon bei meiner ersten Tochter gegeben!“ Auch aus den Einrichtungen kommen positive Rückmeldungen: „Das Verhältnis zu den Familien ist durch die Schatzsuche viel enger und vertrauter geworden – und auch unter den Eltern ist der Zusammenhalt gewachsen.“ Ein großer Gewinn des Programms!

Damit das Schatzsuche-Programm sich nachhaltig in Sachsen-Anhalt etabliert und auch nach Abschluss der Weiterbildung niemand allein "auf der Reise" sein muss, werden alle ausgebildeten Schatzsuche-Referent:innen kontinuierlich durch die Landeskoordination unterstützt.

Beim 1. digitalen Austauschtreffen am 2. Dezember 2025 kamen alle Schatzsucher:innen des Bundeslandes und Kolleg:innen aus weiteren Bundesländern zusammen. Neben einem Impulsvortrag von Corinna Scherwath zum Thema "Liebe lässt Gehirne wachsen - Ein Plädoyer für eine bindungsorientierte Pädagogik" war Raum für Erfahrungsaustausch und Vernetzung. Zusammen reist es sich - gerade auch in stürmischen Zeiten - leichter.

Die nächsten Weiterbildungsdurchgänge starten im März 2026 in Magdeburg sowie ab September 2026 in Halle. Für beide Durchgänge ist die Anmeldung ab sofort möglich.

Steffi Suchant, Leiterin der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt, betont: „Wir sehen die frühzeitige Prävention und Förderung der seelischen Gesundheit von Kindern als zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Die Schatzsuche-Weiterbildung leistet einen wichtigen Beitrag, um Fachkräfte zu qualifizieren und die Kita-Landschaft in Sachsen-Anhalt nachhaltig zu stärken.“

Wir danken der Techniker Krankenkasse für die bisherige und weitere Förderung des Eltern-Programms in Sachsen-Anhalt und freuen uns auf alle Schätze, die wir im kommenden Jahr gemeinsam finden werden!

 

Die Ombudschaft hat nun eine landesgesetzliche Grundlage. KinderStärken e.V. und Ombud LSA blicken optimistisch auf die Vergabe der Ombudsstelle ab 2026. Die Beratungsanfragen erreichen derweil einen neuen Höchstwert. Und auch die Fachstellen- und Vernetzungsarbeit geht fleißig weiter.

Nachfrage steigt weiterhin

Der Aufwuchs bei den Beratungsanfragen hält weiter an. Mit dem Monatswechsel zum Dezember wurde die Marke von 250 Beratungen in 2025 „geknackt“. Schon damit gibt es erneut einen deutlichen Aufwuchs: mehr als +70 im Vergleich zu 2024 und mehr als eine Verdopplung zu 2023! Deutlich wird damit, dass das Angebot landesweit weiter an Bekanntheit erlangt und Ombud LSA auch entsprechendes Vertrauen entgegengebracht wird. Mittlerweile häufen sich die Anfragen, die auf „Empfehlung“ ehemaliger Ratsuchender eingehen.

Landesgesetzliche Verankerung und Perspektive der Ombudschaft

Umso spannender ist natürlich die Frage, wie es mit der Ombudsstelle und der Ombudschaft im Land weitergeht. Nach der letzten Debatte und dem Beschluss im Landtag im September trat zum 01. Oktober die Änderung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (KJHG-LSA) in Kraft. Lange hatte es seit der SGB VIII-Reform 2021 gedauert; doch nun hat die Ombudschaft neben dem § 9a SGB VIII auch ihre landesgesetzliche Grundlage in dem neuen Abschnitt Acht bzw. den §§ 30a-d in Sachsen-Anhalt erhalten! Damit erfolgte eine landesspezifische Konkretisierung des § 9a SGB VIII und v.a. eine mögliche Ausweitung der Förderung auf bis zu vier Jahre statt der bisherigen einjährigen Projektförderung – mehr Sicherheit also für Ratsuchende, Netzwerkpartner:innen und die Ombudspersonen selbst. Kurz darauf wurde auch das Interessenbekundungsverfahren für die Ombudsstelle 2026-2029 gestartet, an dem sich der KinderStärken e.V. mit Blick auf die guten Erfahrungen mit dem Projekt Ombud LSA sofort beworben hat. Wir blicken optimistisch auf das Verfahren, um auch künftig und dann für vier Jahre die unabhängige und weisungsungebundene Ombudsstelle für die gesamte Kinder- und Jugendhilfe im Land zu sein!

Veranstaltungen zum Jahresende

Ombud LSA konnte zum Ende des Jahres noch zwei großartige Veranstaltungen realisieren. In Magdeburg stand am 21.11. das Thema partizipativer Hilfeplanung und „guter“ Berichte auf der Agenda. Hierzu konnten wir zwei tolle Kolleg:innen des Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.V. (BRJ) gewinnen, die mit Fachkräften aus dem Norden und der Landesmitte gearbeitet, diskutiert und sie bestärkt haben. Bereits seit Wochen ausgebucht ist zudem unsere Fachveranstaltung in Halle/Saale am 11.12. mit Rechtsanwalt Benjamin Raabe. Hier wird es um die Durchsetzung von Hilfen für junge Volljährige gehen. Denn anders als oft gemeint und praktiziert, endet die Jugendhilfe nicht mit dem 18. Geburtstag! Junge Menschen und unterstützende Fachkräfte, die ihre Möglichkeiten hierbei kennen, sind enorm wichtig, um abrupte Hilfe-Abbrüche und sogar Obdachlosigkeit zu verhindern und eine stabile (Weiter-)Entwicklung und Perspektive zu gewährleisten. Warum das Ganze? Ombudschaftliche Arbeit geht über die reine Einzelfallberatung hinaus, auch wenn diese den größten Anteil darstellt. Genauso wichtig ist es, das Angebot kontinuierlich zu streuen, die Rechtsposition junger Menschen und Familien zu stärken und hierfür einen Beitrag zur Handlungssicherheit und Qualität in der Kinder- und Jugendhilfe zu leisten. Denn Ombudschaft generiert in der Beratung Erkenntnisse zu genau den Stellen, an denen immer wieder Probleme aufkommen. Über Veranstaltungen wie diese oder auch die Infoposts kann das produktiv aufgegriffen und im Idealfall präventiv wirksam werden.

Weiterbildung und Vernetzung

Um selbst auf dem aktuellen Stand zu bleiben, nimmt auch das Team von Ombud LSA regelmäßig an Fortbildungsmöglichkeiten und Fachveranstaltungen teil. In den letzten Wochen standen hierzu bspw. eine wissenschaftliche Tagung zu Zwang und Zwangskontexten, eine Fortbildung zum § 1631b BGB (freiheitsentziehende Unterbringung und freiheitsentziehende Maßnahmen) sowie die Themen der inklusiven Jugendhilfe, der Lage unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter und die Auseinandersetzung mit dem Thema Gewaltschutz auf dem Programm. Als Team wurde zudem eine Fortbildung zur Gesprächsführung wahrgenommen. Die Vernetzung geht natürlich auch stetig weiter und jetzt, mit der Verstärkung im Team, vor allem auch im Landessüden. So gab es, um nur ein Beispiel zu nennen, einen guten Austausch mit dem Fachzentrum für Pflegekinderwesen Sachsen-Anhalt in Bernburg, der hoffentlich künftig vertieft werden kann. Im laufenden Wintersemester gab und gibt es auch wieder Veranstaltungen in Stendal und Magdeburg mit Studierenden der Hochschule.

Das Projekt Demokratie mobilisieren im Osten (DeMO) startete in diesem Jahr am Standort Stendal Stadtsee und richtete sich von Beginn an an die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils. Im ersten Projektjahr standen niedrigschwellige Begegnungen, Austausch und die Förderung demokratischer Teilhabe im Mittelpunkt.

Zu den besonderen Höhepunkten gehörten ein Ausflug zum Karls Erdbeerhof sowie ein Besuch im Landtag, bei denen Teilnehmende Einblicke in politische Prozesse und regionale Strukturen erhielten. Zusätzlich fand ein Gespräch mit einem Landtagsabgeordneten im Stadtteilbüro statt, um aktuelle Anliegen aus dem Stadtteil direkt aufzunehmen.

Kreative Beteiligungsangebote ergänzten die Aktivitäten. Im Rahmen eines Siebdruck-Workshops konnten Interessierte eigene Ideen gestalten und miteinander ins Gespräch kommen. Regelmäßige Formate wie der Offene Treff mit Frühstück und der kreative Nachmittag boten verlässliche Räume für Begegnung, Austausch und das gemeinsame Entwickeln von Gedanken für das Zusammenleben im Stadtteil.

Mit diesen vielfältigen Angeboten blickt DeMO auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurück, in dem zahlreiche Impulse für Dialog und Beteiligung gesetzt wurden.

Die Servicestelle Jugend und Strukturwandel blickt auf ein ereignisreiches erstes Jahr zurück. Ein Höhepunkt war der Fachtag „Jugend. Wandel. Kommune. – Zukunft vor Ort sichern“ am 17. Juni 2025, der Fachkräfte aus Kommunen, Jugendhilfe und Verwaltung zusammenbrachte. Dabei standen vor allem Fragen im Mittelpunkt, wie junge Menschen im Strukturwandel besser beteiligt werden können und welche Strukturen Kommunen benötigen, um jugendfreundlicher zu werden. Der Fachtag bot mit seinen Praxisbeispielen, Impulsen und Austauschformaten wichtige Orientierung und zeigte deutlich, wie groß der Bedarf an Vernetzung und Wissenstransfer ist. 

Aufgrund der starken Resonanz auf die Inhalte und Diskussionen des Fachtags wurde im Anschluss die vierteilige Workshopreihe „Jugend. Wandel. Kommune.“ ins Leben gerufen. Sie bot Interessierten praxisnahe Unterstützung zu Themen wie wirksamer Jugendbeteiligung, jugendfreundlicher Öffentlichkeitsarbeit und der Frage, wie junge Perspektiven vor Ort besser sichtbar gemacht werden können. 

Parallel dazu fanden in mehreren Kommunen individuelle Beratungen statt, unter anderem in Allstedt, Wohlmirstedt, Hohenmölsen, Zeitz und Droyßig. Die Termine machten sichtbar, wie unterschiedlich die Ausgangslagen vor Ort sind und wie wichtig passgenaue Unterstützung bleibt. In Teutschenthal wurde zudem das erste Projekt vor Ort gemeinsam mit jungen Menschen umgesetzt: ein Graffitiprojekt, das eindrucksvoll zeigt, wie kreative Beteiligung im Strukturwandel ganz praktisch gelingen kann.

Ende des Jahres lag ein besonderer Schwerpunkt auf dem Start des neuen Netzwerkprozesses: Am 19. November trafen sich erstmals Fachakteur:innen aus Kommunen, Verwaltung und Jugendhilfe, um gemeinsam Perspektiven für mehr Jugendfreundlichkeit im Strukturwandel zu entwickeln. Das Netzwerktreffen markierte den Beginn eines kontinuierlichen Austauschs, der 2026 weiter vertieft wird. 

 

Die Demokratiepartnerschaften des Landkreises Stendal sowie der Hansestadt Stendal konnten auch im Förderjahr 2025 wieder zahlreiche Projekte für politische Beteiligung, Vielfalt und gegen die Verbreitung menschenverachtender Ideologien (bspw. Rechtsextremismus) in der Region fördern. Über 110.000€ in 74 Einzelmaßnahmen flossen aus dem Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ an gemeinnützige Träger und Ehrenamtliche im Landkreis Stendal sowie der Hansestadt Stendal.

Von einer Förderung konnte beispielsweise der Verein Zusammen ist man weniger allein – ZIMWA e.V. profitieren, der hiervon ein Erlebnisfest zum Kindertag in Arneburg organisierte. Der Förderverein für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V. drehte zusammen mit dem Offen Kanal Stendal e.V. und den Schülerinnen und Schülern des Landesbildungszentrums Tangerhütte einen Imagefilm und wurde u.a. hierfür als „Demokratie-Ort 2025“ des Landkreises Stendal ausgezeichnet. Darüber hinaus konnte beispielsweise auch ein Fachtag des Netzwerkes gegen häusliche Gewalt in Kooperation mit dem Theater der Altmark gefördert werden. Zahlreiche niederschwellige Maßnahmen wie Lesungen, Theater, Tanz oder Musik ergänzten das kulturelle Leben im ländlichen Raum.

Die Vielzahl an unterschiedlichen Projekten, wie auch die breite der Projektträger zeigt, wie vielfältig sich zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie und Vielfalt in der Altmark darstellt.“, fasste Alexander Wittwer von der Koordinierungs- und Fachstelle KinderStärken e.V. das zurückliegende Förderjahr zusammen.

Auch in 2026 können sich Vereine, gemeinnützige Organisationen und Ehrenamtliche wieder mit Ideen für eine Förderung von bis zu 4.500,00€ bewerben. Die Frist zur Einreichung von Anträgen endet am 28.02.2026. Weitere Informationen, den Förderaufruf 2026 sowie den Projektantrag finden sich unter www.demokratie-stendal.de