20.11.2025, Hochschule Magdeburg-Stendal

Die DOKUMENTATION finden Sie HIER.

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Bachelorstudiengangs Angewandte Kindheitswissenschaften wurde ein Fachtag durchgeführt, der aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven rund um Kinderrechte, Kindheitsforschung und die Lebenswelten von Kindern in den Blick nahm. Ziel war es, Akteur*innen aus Wissenschaft, Praxis sowie Studierende zusammenzubringen, um gemeinsam zu reflektieren:

  • Wie verändern gesellschaftliche Entwicklungen die Bedingungen des Aufwachsens?
  • Wie können Kinderrechte nachhaltig umgesetzt und gestärkt werden?
  • Welche Impulse geben die Kindheitswissenschaften für Praxis, Politik und Forschung?
  • Wie kann eine kind- und menschenrechtsbasierte Perspektive auf gesellschaftliche Transformationsprozesse angewendet werden?

Der Fachtag war ein großer Erfolg. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren überwiegend positiv bis begeistert. Besonders hervorgehoben wurden:

  • die hohe fachliche Qualität der Beiträge,
  • die große Relevanz der ausgewählten Themen,
  • die Gelegenheit zum interdisziplinären Austausch,
  • die inspirierenden Debatten im Plenum und in den Workshops.

Die zentrale Bedeutung der Kindheitswissenschaften und Kinderrechte wurde eindrucksvoll sichtbar gemacht. Mit 160 Personen war die Veranstaltung hervorragend besucht und trug maßgeblich zur Vernetzung von Wissenschaft, Praxis und Studierenden bei. Der Fachtag erreichte vor allem Träger und Fachkräfte sowie Fachpolitik aus Sachsen-Anhalt, konnte aber bundesweite Strahlkraft entwickeln. So nahmen bspw. Vertreter:innen des Deutschen Instituts für Menschenrechte, der National Coalition für Kinderrechte und Vertretungen bundesweiter Verbände teil und konnten einen positiven Eindruck über den Stand der Diskussionen in Sachsen-Anhalt gewinnen. Die intensiven Diskussionen und vielfältigen fachlichen Impulse schaffen eine sehr gute Grundlage für zukünftige Projekte, Kooperationen und Weiterentwicklungen an der Hochschule Magdeburg-Stendal und darüber hinaus.

Der Fachtag wurde von den Studierenden der Mastermatrikel 2024 unter der Leitung von Prof. Beatrice Hungerland gemeinsam mit den Lehrenden und dem An-Institut KinderStärken e.V. der Hochschule Magdeburg-Stendal sowie in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendbeauftragten Sachsen-Anhalts und dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung organisiert.

Das Projekt zur ombudschaftlichen Beratung in der Kinder- und Jugendhilfe Sachsen-Anhalts war im April gleich zweimal im Ausschuss für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landtages. Ombudschaft hat die Aufgabe junge Menschen und Familien in Konflikten mit der Kinder- und Jugendhilfe zu unterstützen. Seit 2021 hatte KinderStärken e.V. als Träger der Ombudsstelle 500 solcher Konfliktfälle begleitet. Die Landtagsabgeordneten und das Sozialministerium wollten diese Erfahrung nutzen und hatten uns deshalb um Stellungnahmen gebeten.

Am 4. April ging es um das Vormundschaftsrecht für junge Menschen, die ohne ihre Familie vor Krieg und Verfolgung nach Deutschland fliehen mussten. Weil die Geflüchteten noch minderjährig sind, müssen sie versorgt werden und es muss sich jemand darum kümmern, dass nötige Anträge gestellt werden. Sie alleine sind noch nicht unterschriftsberechtigt. Die Kinder- und Jugendhilfe hat deshalb die Aufgabe, sogenannte Vormünder zu bestellen. Das sind Personen, die sich um die Kinder und Jugendlichen kümmern und wichtige Formulare für sie unterschreiben können. Seit 1.1.2024 hatte das Ombudprojekt 24 Fälle mit minderjährigen Geflüchteten. Fast alle deuteten darauf hin, dass die Vormünder überlastetet sind und sich deshalb nicht genügend um die Kinder und Jugendlichen kümmern konnten. Zum Teil konnten die jungen Menschen erst nach mehreren Monaten Kontakt aufnehmen. So kam es dazu, dass nötige Anträge spät oder gar nicht gestellt wurden und Probleme beim Zugang zur Schule, Bildungskursen oder gar im Asylverfahren entstanden. Ausführlicher berichtet darüber die HIER VERLINKTE STELLUNGNAHME.

Am 30. April ging es um die Erneuerung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes für Sachsen-Anhalt. Dieses Gesetz ist sehr wichtig, weil es genauer regelt, wie die Arbeit in Kitas, Beratungsstellen, Jugendarbeit, Schulsozialarbeit, Hilfen zur Erziehung und weitere Bereiche in Sachsen-Anhalt umgesetzt werden soll. KinderStärken hatte Vorschläge dazu gemacht, wie sich Konflikte in diesen Bereichen künftig noch besser lösen lassen und ombudschaftlich unterstützt werden können. Dies ist sehr wichtig für Kinder, Jugendliche und Familien, wenn sie Probleme mit Jugendämtern oder Einrichtungen haben. Vorgeschlagen hatten wir auch, dass die Beteiligung junger Menschen und Familien im Landesgesetz gestärkt werden solle. Ein Problem in vielen Konflikten ist, dass die Kinder, Jugendlichen und Familien zwar das Recht auf Jugendhilfe haben, sie manchmal aber nicht genügend erst genommen werden oder sich nicht ernst genommen fühlen. Ausführlicher berichtet darüber die HIER VERLINKTE STELLUNGNAHME.

Der Austausch mit den Abgeordneten, dem Ministerium, dem Landesjugendhilfeausschuss und weiteren Vertretungen war spannend. Es wurden mehrere Fragen gestellt und weitere Hinweise gegeben. Wir hoffen, auch zukünftig in den Landtag eingeladen zu werden und uns dort für Verbesserungen einsetzen zu können.

Wir wollen noch transparenter für Euch werden. Deshalb hatten wir ein Wrap-up Meeting zur Öffentlichkeitsarbeit. In kleinerer Runde gab uns  Janine Tipps für Canva, Newsfeed, Instagram und Facebook. Learning by burning  wurden dann Beiträge erstellt und veröffentlicht.  Abschließend vereinbarten wir das weitere Vorgehen.

Wir werden diese Meetings regelmäßig wiederholen. Wer dabei sein möchte, kann sich gerne bei Janine anmelden.

 

Das Virus hat für Jugendliche zu vielen Einschränkungen in Freizeit, Schule, Ausbildung, Studium und Beruf geführt. Obwohl junge Menschen sehr betroffen waren, wurden sie bisher kaum nach Ihrer Meinung gefragt. Das soll sich jetzt ändern!

Die Landespolitik von Sachsen-Anhalt bittet Jugendliche um Hinweise: Wie wurden die Einschränkungen erlebt? Wie sind Jugendliche damit umgegangen? Welche Empfehlungen und Forderungen gibt es?

So wird der Video-Chat ablaufen: Zu Beginn wird eine wissenschaftliche Studie vorgestellt. Dann besprechen die Teilnehmenden in kleineren Gruppen ihre Erfahrungen und formulieren gemeinsam Hinweise dazu, was besser gemacht werden sollte. Alle Hinweise werden gesammelt und in dem Videochat direkt den Verantwortlichen aus der Politik und Verwaltung mitgeteilt.

Weitere Informationen gibt es in der Einladung (Pdf, 349 KB).

Es ist sehr wichtig, dass sich junge Menschen einbringen. Meldet Euch bitte bei:

Marie Weitz – KinderStärken e.V.
+49 (0) 157 3399 3935 (Telefon, Sms, Messenger)
marie.weitz@kinderstaerken-ev.de

BITTE BEACHTEN: Personen unter 16 Jahren benötigen die Einwilligung ihrer Eltern. Sprecht uns unbedingt an, wenn ihr jünger seid und wir regeln das gemeinsam.

Vereine, gemeinnützige Organisationen und ehrenamtlich Engagierte im Landkreis Stendal die sich für politische Teilhabe, Vielfalt und Extremismusprävention einsetzen, fördert die Partnerschaft für Demokratie des Landkreises Stendal mit bis zu 5.000€. Für entsprechende Projekte, die in der zweiten Jahreshälfte stattfinden sollen, nimmt die Koordinierungs- und Fachstelle KinderStärken e.V. noch bis zum 31.08.2020 entsprechende Anträge entgegen. Gefördert werden können z.B. Begegnungsfeste, Dialoge, Vorträge, Lesungen, Film, Theater, Fahrten zu Gedenkstätten und Musen, Fortbilden, Graffiti, Musik und vieles mehr. KinderStärken e.V. unterstützt bei der Ideenfindung und Antragsstellung.
Der Begleitausschuss der Demokratiepartnerschaft entscheidet in seiner Sitzung am 10. September 2020 über die Förderung weiterer Ideen und lädt alle Projektverantwortlichen dazu ein, das Gremium persönlich in einer Kurzvorstellung von dem Projekt zu überzeugen. Wir freuen uns auf Ihre Ideen!

Download:
Antrag 2020 (547 KB)
Aufruf 2020 (521 KB)