Ombud LSA: Ombudschaft im Landesgesetz – gespannter Blick auf 2026

Die Ombudschaft hat nun eine landesgesetzliche Grundlage. KinderStärken e.V. und Ombud LSA blicken optimistisch auf die Vergabe der Ombudsstelle ab 2026. Die Beratungsanfragen erreichen derweil einen neuen Höchstwert. Und auch die Fachstellen- und Vernetzungsarbeit geht fleißig weiter.

Nachfrage steigt weiterhin

Der Aufwuchs bei den Beratungsanfragen hält weiter an. Mit dem Monatswechsel zum Dezember wurde die Marke von 250 Beratungen in 2025 „geknackt“. Schon damit gibt es erneut einen deutlichen Aufwuchs: mehr als +70 im Vergleich zu 2024 und mehr als eine Verdopplung zu 2023! Deutlich wird damit, dass das Angebot landesweit weiter an Bekanntheit erlangt und Ombud LSA auch entsprechendes Vertrauen entgegengebracht wird. Mittlerweile häufen sich die Anfragen, die auf „Empfehlung“ ehemaliger Ratsuchender eingehen.

Landesgesetzliche Verankerung und Perspektive der Ombudschaft

Umso spannender ist natürlich die Frage, wie es mit der Ombudsstelle und der Ombudschaft im Land weitergeht. Nach der letzten Debatte und dem Beschluss im Landtag im September trat zum 01. Oktober die Änderung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (KJHG-LSA) in Kraft. Lange hatte es seit der SGB VIII-Reform 2021 gedauert; doch nun hat die Ombudschaft neben dem § 9a SGB VIII auch ihre landesgesetzliche Grundlage in dem neuen Abschnitt Acht bzw. den §§ 30a-d in Sachsen-Anhalt erhalten! Damit erfolgte eine landesspezifische Konkretisierung des § 9a SGB VIII und v.a. eine mögliche Ausweitung der Förderung auf bis zu vier Jahre statt der bisherigen einjährigen Projektförderung – mehr Sicherheit also für Ratsuchende, Netzwerkpartner:innen und die Ombudspersonen selbst. Kurz darauf wurde auch das Interessenbekundungsverfahren für die Ombudsstelle 2026-2029 gestartet, an dem sich der KinderStärken e.V. mit Blick auf die guten Erfahrungen mit dem Projekt Ombud LSA sofort beworben hat. Wir blicken optimistisch auf das Verfahren, um auch künftig und dann für vier Jahre die unabhängige und weisungsungebundene Ombudsstelle für die gesamte Kinder- und Jugendhilfe im Land zu sein!

Veranstaltungen zum Jahresende

Ombud LSA konnte zum Ende des Jahres noch zwei großartige Veranstaltungen realisieren. In Magdeburg stand am 21.11. das Thema partizipativer Hilfeplanung und „guter“ Berichte auf der Agenda. Hierzu konnten wir zwei tolle Kolleg:innen des Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.V. (BRJ) gewinnen, die mit Fachkräften aus dem Norden und der Landesmitte gearbeitet, diskutiert und sie bestärkt haben. Bereits seit Wochen ausgebucht ist zudem unsere Fachveranstaltung in Halle/Saale am 11.12. mit Rechtsanwalt Benjamin Raabe. Hier wird es um die Durchsetzung von Hilfen für junge Volljährige gehen. Denn anders als oft gemeint und praktiziert, endet die Jugendhilfe nicht mit dem 18. Geburtstag! Junge Menschen und unterstützende Fachkräfte, die ihre Möglichkeiten hierbei kennen, sind enorm wichtig, um abrupte Hilfe-Abbrüche und sogar Obdachlosigkeit zu verhindern und eine stabile (Weiter-)Entwicklung und Perspektive zu gewährleisten. Warum das Ganze? Ombudschaftliche Arbeit geht über die reine Einzelfallberatung hinaus, auch wenn diese den größten Anteil darstellt. Genauso wichtig ist es, das Angebot kontinuierlich zu streuen, die Rechtsposition junger Menschen und Familien zu stärken und hierfür einen Beitrag zur Handlungssicherheit und Qualität in der Kinder- und Jugendhilfe zu leisten. Denn Ombudschaft generiert in der Beratung Erkenntnisse zu genau den Stellen, an denen immer wieder Probleme aufkommen. Über Veranstaltungen wie diese oder auch die Infoposts kann das produktiv aufgegriffen und im Idealfall präventiv wirksam werden.

Weiterbildung und Vernetzung

Um selbst auf dem aktuellen Stand zu bleiben, nimmt auch das Team von Ombud LSA regelmäßig an Fortbildungsmöglichkeiten und Fachveranstaltungen teil. In den letzten Wochen standen hierzu bspw. eine wissenschaftliche Tagung zu Zwang und Zwangskontexten, eine Fortbildung zum § 1631b BGB (freiheitsentziehende Unterbringung und freiheitsentziehende Maßnahmen) sowie die Themen der inklusiven Jugendhilfe, der Lage unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter und die Auseinandersetzung mit dem Thema Gewaltschutz auf dem Programm. Als Team wurde zudem eine Fortbildung zur Gesprächsführung wahrgenommen. Die Vernetzung geht natürlich auch stetig weiter und jetzt, mit der Verstärkung im Team, vor allem auch im Landessüden. So gab es, um nur ein Beispiel zu nennen, einen guten Austausch mit dem Fachzentrum für Pflegekinderwesen Sachsen-Anhalt in Bernburg, der hoffentlich künftig vertieft werden kann. Im laufenden Wintersemester gab und gibt es auch wieder Veranstaltungen in Stendal und Magdeburg mit Studierenden der Hochschule.