Viele Kommunen wollen die Beteiligung junger Menschen stärken, schaffen es aber bislang nicht, ihre Öffentlichkeitsarbeit durchgehend jugendgerecht zu gestalten. Wie Jugendfreundlichkeit sichtbar wird und wie man Jugendliche dort erreicht, wo sie wirklich unterwegs sind, stand im Mittelpunkt des heutigen Workshops „Jugendgerechte Öffentlichkeitsarbeit – Wie Kommunen ihre Jugendfreundlichkeit sichtbar machen“, gestaltet von Philipp Schüller (Offener Kanal Merseburg), Isabel Mallqui Chacón (Freiwilligenagentur Saalekreis) und Lene (Die Kante).
Die Teilnehmenden entwickelten praxisnahe Ideen zu Formaten, Bildsprache und Kommunikationswegen. Beispiele aus der Region zeigten, dass erfolgreiche Jugendkommunikation weniger Budget als vielmehr Haltung braucht: Authentizität, Respekt und echtes Interesse.
Die Ergebnisse des Workshops machen deutlich, welche Faktoren wirklich entscheidend sind, um junge Menschen nachhaltig und überzeugend anzusprechen:
- Kommunikation auf Augenhöhe: Jugendliche ernst nehmen, respektvoll ansprechen und nicht belehren. Das stärkt Vertrauen und macht Begegnungen positiv erinnerbar.
- Authentisch statt aufgesetzt: Weder Amtsdeutsch noch Überlockerheit! Klare, ehrliche Sprache wirkt am besten.
- Adultismus vermeiden: Kinder und Jugendliche nicht in ihren Meinungen oder Bedürfnissen übergehen, sondern aktiv einbeziehen und ernst nehmen.
- Trends nutzen, aber sinnvoll: Neue Plattformen beobachten, ausprobieren und flexibel bleiben, ohne jedem Hype hinterherzulaufen.
- Zuhören statt senden: Relevante Themen entstehen aus echter Aufmerksamkeit für die Lebenswelt der Jugendlichen.
- Dort hingehen, wo Jugendliche sind: Aufsuchende Arbeit, analog und digital, bleibt entscheidend, um sichtbar und ansprechbar zu sein.
- Verlässliche Beziehungspflege: Nur kontinuierliche, wiederkehrende Kommunikation baut langfristig Vertrauen auf.
- Eltern im Blick behalten: Eine ergänzende Ansprache erhöht Reichweite und Verständnis.
Der Workshop zeigte: Jugendgerechte Öffentlichkeitsarbeit erfordert Mut zur Authentizität, echtes Zuhören und die Bereitschaft, Kommunikation gemeinsam mit jungen Menschen weiterzuentwickeln. Kommunen, die ihre Jugendfreundlichkeit sichtbar machen möchten, investieren damit nicht nur in gute Öffentlichkeitsarbeit, sondern auch in eine stärkere, aktivere Rolle junger Menschen im kommunalen Leben.
