Bundesweit vernetzt für starke Kinder- und Jugendbeteiligung

Wie kann Kinder- und Jugendbeteiligung weiter gestärkt und nachhaltig verankert werden? Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigten sich Fach- und Servicestellen aus zwölf Bundesländern beim 11. Bundesvernetzungstreffen für Kinder- und Jugendbeteiligung am 28. und 29. September 2026 in Hannover. Auch das Landeszentrum Jugend und Kommune und die Servicestelle Jugend und Strukturwandel nahmen am bundesweiten Austausch teil und brachten ihre Erfahrungen und Perspektiven aus der Praxis ein. Mit dabei waren außerdem das Bundeskompetenzzentrum Kinder- und Jugendbeteiligung und das Deutsche Kinderhilfswerk.

Im Mittelpunkt des Treffens standen die unterschiedlichen Beteiligungsstrukturen in den Bundesländern. Vorgestellt und diskutiert wurden unter anderem Landesjugendforen, Jugendkongresse, Dialogformate, Interessenvertretungen sowie Möglichkeiten, junge Menschen stärker an Planungs- und Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Der Austausch machte deutlich, wie vielfältig die Ansätze in den einzelnen Ländern sind und wie wertvoll es ist, Erfahrungen miteinander zu teilen und voneinander zu lernen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Forschung, Daten und der Wirkung von Beteiligung. Einen wichtigen Impuls gab dabei die Justus-Liebig-Universität Gießen. Vorgestellt wurden erste Einblicke in die Vorbereitung einer bundesweiten Untersuchung zu Kinder- und Jugendparlamenten. Dabei wurde auch der Frage nachgegangen, wie junge Menschen selbst stärker in Forschungsprozesse einbezogen werden können und wie wissenschaftliche Erkenntnisse für die Praxis nutzbar gemacht werden können.

Auch die aktuellen Herausforderungen für Kinder- und Jugendbeteiligung wurden offen angesprochen. Dazu zählen veränderte politische Rahmenbedingungen, unsichere Fördermöglichkeiten und Widerstände gegenüber Beteiligungsprozessen. Gleichzeitig ging es darum, wie Beteiligungsstrukturen gestärkt und langfristig abgesichert werden können. Einen wichtigen Stellenwert nahm dabei auch der Schutz junger Menschen in Beteiligungsverfahren ein, etwa durch Schutzkonzepte, klare Zuständigkeiten, Risikoanalysen und verlässliche Handlungsmöglichkeiten.

Zum Abschluss wurden gemeinsame nächste Schritte vereinbart. Dazu gehören unter anderem eine bundesweite Online-Übersicht der Fach- und Servicestellen, die Fortsetzung des digitalen Fachaustauschs sowie eine stärkere Zusammenarbeit zu Fragen von Wirkung und Berichterstattung.

Für das Landeszentrum Jugend und Kommune und die Servicestelle Jugend und Strukturwandel bietet das Bundesvernetzungstreffen wichtige Impulse für die eigene Arbeit in Sachsen-Anhalt. Der Austausch zeigt, welche unterschiedlichen Wege Kinder- und Jugendbeteiligung gehen kann und liefert neue Ideen dafür, wie junge Menschen auch bei Veränderungsprozessen vor Ort stärker einbezogen und ihre Perspektiven sichtbar gemacht werden können.