Tätigkeitsbericht 2017

Wieder einmal ist Weihnachtszeit. Für KinderStärken e.V. geht ein aufregendes Jahr zu Ende. Besonders im Themenfeld Kinderinteressenvertretung konnten wir die in den Angewandten Kindheitswissenschaften und im Verein vorhandene Expertise weiter etablieren. Dazu arbeiten wir in der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Kinderinteressenvertretungen mit und wurden zunehmend als Expert*innen für landes- und bundesweite Fachtagungen angefragt. Die Hansestadt Stendal hat uns mit dem Aufbau einer Kinderinteressenvertretung beauftragt. Wir wurden außerdem zum „Landeszentrum Jugend + Kommune“ ernannt und können Gemeinden in Sachsen-Anhalt beim Aufbau kommunaler Strukturen für Kinder- und Jugendbeteiligung unterstützen.

Aufmerksam machen möchten wir schon jetzt auf 10 Jahre KinderStärken e.V. im kommenden Jahr. Das möchten wir gern gemeinsam mit unseren Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern feiern. Wir werden uns im kommenden Jahr immer mal wieder mit Überraschungen und Neuigkeiten an Sie wenden. Und wir werden Sie einladen, das Jubiläum gemeinsam mit uns zu feiern.

Wir wünschen frohe Festtage, Zeit zur Besinnung und viele Lichtblicke im kommenden Jahr.

Das KinderStärken -Team

Jugend im Land 3.0 – Digitale Demokratie- und Engagementförderung im ländlichen Raum

 

 

... hat seine Arbeit im dritten Jahr fortgesetzt. In Seehausen wurde der gemeinsame Dialog der Jugendlichen mit Kommunalpolitik- und Verwaltung, Fachkräften und interessierten Bürger*innen zunehmend in nachhaltige Beteiligungsmöglichkeiten überführt. Jugend 3.0 strahlte in die Regionen des Landkreises Stendal aus. Digitale Beteiligungs-Methoden („Minecraft“, Kinderrechte Film, u.v.m. konnten bspw. erstmals in der Einheitsgemeinde Tangerhütte eingesetzt werden. Im Sommer begegneten sich die engagierten Kinder und Jugendlichen der drei Projektregionen Bitterfeld-Wolfen, Burgenlandkreis und Landkreis Stendal in einem landesweiten Jugendcamp.

Jugend Stärken im Quartier

Mit Jugend Stärken im Quartier wurde in der Einheitsgemeinde Tangerhütte begonnen, Beteiligungsstrukturen zusammen mit Kindern, Jugendlichen, Politik und Verwaltung sowie Sozialarbieter*innen zu implementieren.

 

Regionalkoordination „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ im Landkreis Stendal (SOR-SMC)

Die Regionalkoordination „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ im Landkreis Stendal (SOR-SMC) hat vielfältige Aktionen, Workshops, Theaterstücke und Fahrten mit den Courageschulen umgesetzt. Eine Kooperation zur Umsetzung von demokratiebildenden Klassenzimmerstücken wurde mit dem Theater der Altmark (TdA) aufgebaut und ein gemeinsamer Workshop zum Thema Demokratie konzipiert und umgesetzt. SOR-SMC wurde als Projektstudium an der Hochschule für Kindheitswissenschaftler*innen angeboten und die Studierenden gestalteten einen Workshop mit Courage Schüler*innen.

Jugend gestaltet Altmark

Jugend gestaltet Altmark konnte im April 2017 erfolgreich beendet werden. Mit Hilfe von Fotos und dem Computerspiel Minecraft formulierten Kinder und Jugendliche ihre Bedarfe, Wünsche und Verbesserungsvorschläge an die Jugendarbeit in der Einheitsgemeinde Tangerhütte. Im Austausch zwischen Verwaltung, Stadtpolitik, Kindern, Jugendlichen und Jugendarbeiter*innen wurden diese besprochen und einiges angenommen. So wurde ein Freizeitplan für die EG entwickelt und auf der Homepage der EG angelegt. Darüber entwickelte sich eine Netzwerkrunde der Jugendarbeiter*innen von Tangerhütte

KiWin – Mit Kindern in die Welt der Vielfalt hinaus

 KiWin – Mit Kindern in die Welt der Vielfalt hinaus als Handlungsforschungsprojekt befasst sich unter der fachlichen Leitung von Prof. Dr. Katrin Reimer-Gordinskaya mit der Frage, wie Kinder mit Vielfalt in ihrem Kitaalltag umgehen. Hierzu werden in vier Kitas teilnehmende Beobachtungen sowie Gespräche durchgeführt. Mit 167 Kindern, 22 Erzieher*innen und sowie auf sechs Elternabenden wurden erkenntnisreiche Daten gesammelt. Die Ergebnisse werden in Master-Seminaren der Angewandten Kindheitswissenschaften reflektiert. KiWin brachte sich national und international in Fachveranstaltungen und Expert*innenrunden ein, publizierte einen Fachtext in einer

Bundesprogramm „Demokratie Leben – Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“

Das Projekt hat Jugendliche in „Jugendforen“ und Erwachsene in „Begleitausschüssen“ unterstützt, insgesamt 100.000€ in 2017 einzusetzen, um Engagement gegen Rechtsextremismus sowie für Toleranz und demokratische Mitbestimmung im Landkreis Stendal zu fördern. Hunderte von Menschen der Region haben dies genutzt und insgesamt 71 Projekte für ein demokratisches und tolerantes Miteinander in der Region organisiert. Darunter waren Bürgerdialoge, Gedenkwochen, Begegnungsfeste, Gedenkstättenfahrten und vieles mehr.  

 

Stadtteilmanagement Stendal-Stadtsee

Das Stadtteilmanagement Stendal-Stadtsee möchte mit Bewohner*innen und Institutionen in Stendal-Stadtsee eine gemeinsame Entwicklung des Stadtteils initiieren und setzt dafür verschiedene Aktivitäten um. Zum einen werden Fördermittel für den Stadtteil akquiriert. Institutionen konnten darüber ein Fördervolumen von ca. 150.000€ - 200.000€ einwerben. Um die Ressourcen des Stadtteils aufzuzeigen wurde eine Übersicht mit über 200 Angeboten wie Gewerbe, Gaststätten, medizinischen Einrichtungen, Jugendclubs, u.v.m. ermittelt und in einer digitalen Gebietskarte veröffentlicht. Weiterhin wurde die Ehrenamtskampagne „MACHBARSCHAFT – Aktiv für meinen Stadtsee“ entwickelt. Erste Beteiligungsaktivitäten wurden umgesetzt und Austausch zwischen Verantwortungsträger*innen in Politik und Verwaltung angeregt.

Familien- und Bildungspaten

Auch im Jahr 2017 konnte das Engagement von ungefähr 60 Personen im Landkreis Stendal begleitet werden. KinderStärken e.V. beriet die Engagierten hinsichtlich ihres Ehrenamts und organisierte kostenlose Fortbildungen.  

Darüber hinaus organisierte KinderStärken e.V. im Auftrag der LAGFA die Koordinatoren-Ausbildung für Patenprojekte im nördlichen Sachsen-Anhalt. Hier gab es die Gelegenheit, sich über die Umsetzung von Patenschaftsprojekten auszutauschen.

Nachbarschaf(f)t - Aktivieren, Engagieren, Begleiten im Landkreis Stendal

 

Das von der Robert Bosch Stiftung geförderte Projekt zielt darauf ab, vorhandenes Engagement in lokalen Helfernetzwerken zu stabillisieren und zugleich die Selbsthilfepotenziale von Geflüchteten zu stärken und zu fördern. Dazu wurden im Jahresverlauf für alle betreuten Netzwerke (in Seehausen, Osterburg, Stendal-Stadtsee und Tangerhütte) Austauschtreffen, Supervisionen und Fortbildungen zu  interkultureller Kommunikation, dem Umgang mit Machtungleichheiten und weiteren aktuellen Themen organisiert und erfolgreich durchgeführt.

LiVe – Lebenswelten in Verbindung

Das Projekt möchte Machtungleichheiten mit Helfenden und Geflüchteten thematisieren. Dazu werden ihre Sichtweisen auf den Ankommens Prozess mit Foto-Voice erhoben. Die Ergebnisse werden 2018 zu einer Ausstellung zusammengefasst. Diese wird genutzt, um das Ankommen und Helfen im Landkreis Stendal aufzuarbeiten.